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Der Arbeitskreis AK Asyl Südstadt

Der AK Asyl Südstadt Tübingen wurde im Herbst 2014 gegründet. Seit Frühjahr 2015 betreut er Flüchtlinge einer Gemeinschaftsunterkunft. Sie befindet sich in der Wilhelm-Keil-Straße neben dem Landratsamt. Viele sind inzwischen aus dieser Unterkunft ausgezogen. Sie führen ein eigenständiges Leben. Der AK begleitet auch diese Menschen weiterhin, wenn sie dies wünschen.

Der AK besteht aus einer Gruppe freiwillig engagierter Bürgerinnen und Bürger. Sie heißen geflüchtete Menschen willkommen. Sie unterstützen sie in all ihren Angelegenheiten.

Menschenrecht statt Moria

Der AK Asyl Süd Tübingen warb für eine menschenrechtsbasierte EU-Migrationspolitik

Der AK Asyl Südstadt hat sich am Samstag, 11. September, an der bundesweiten Kampagne „Menschenrecht statt Moria“ mit einem Info-Stand in der Fußgängerzone (Ecke Neckargasse / Holzmarkt) beteiligt. Zwischen 11 und 16 Uhr informierte der AK über die katastrophalen Zustände in den Flüchtlingslagern an den EU-Außengrenzen und warb für eine menschenrechtsbasierte Asyl- und Migrationspolitik. Die Bundestagskandidat*innen Dr. Martin Rosemann (SPD), Chris Kühn (Grüne) und Heike Hänsel (Linke) kamen zum Gespräch vorbei. Auch MdL Daniel Lede Abal (Grüne) diskutierte mit.

Im Vorfeld der Bundestagswahl fordern die Unterstützer*innen des Appells „Wir in Deutschland können mehr: Geflüchtete aufnehmen – Pushbacks verhindern – Europa gewinnen“ die Bundesregierung auf,

  • sofort mindestens weitere 14.000 Menschen aus den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln aufzunehmen und sich für einen fairen und an den Menschenrechten orientierten Verteilmechanismus innerhalb der EU einzusetzen, damit weitere humanitäre Katastrophen in den „Hotspots“ an den EU-Außengrenzen verhindert werden;
  • sich für eine sofortige Beendigung der illegalen Pushbacks von Geflüchteten an den EU-Außengrenzen durch die FRONTEX-Einheiten und nationalen Grenzschützer*innen einzusetzen und ihren Einfluss in der Europäischen Union zu nutzen, um diese Menschenrechtsverletzungen zu stoppen.

Der Appell wurde vom AK Asyl Südstadt und den Bundestags-abgeordneten Heike Hänsel und Chris Kühn bereits unterzeichnet.

„Wir müssen handeln“ – das AK-Banner an der Stiftskirche
„Wir müssen handeln“ – das AK-Banner an der Stiftskirche
Angela Baer (rechts) und Cornelia Waidmann im Gespräch mit MdB Chris Kühn (Grüne)
Angela Baer (rechts) und Cornelia Waidmann im Gespräch mit MdB Chris Kühn (Grüne)
Besuch von der SPD: MdB Dr. Martin Rosemann (Mitte) und Andreas Weber, Kreisvorsitzender
Besuch von der SPD: MdB Dr. Martin Rosemann (Mitte) und Andreas Weber, Kreisvorsitzender
MdL Daniel Lede Abal (Grüne) und Salifu S., geflüchtet aus Gambia
MdL Daniel Lede Abal (Grüne) und Salifu S., geflüchtet aus Gambia
MdB Heike Hänsel (Linke) diskutiert mit dem AK-Team
MdB Heike Hänsel (Linke) diskutiert mit dem AK-Team
 

Gebet für Moria

von Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland:

Ich bete für Moria.
Nein, nicht für Moria, dieses Gefängnis, den Nicht-Ort, draußen im Meer,
Ort unserer Schande.
Ich bete für die Menschen, eingesperrt, ausgesetzt, Dreck im Dreck.
Kinder wachsen dort auf, zwischen Plastikplanen und Gewalt:
So ist das Leben. Die Welt, in der sie nicht willkommen sind.
Gott, schütze Du, was wir nicht schützen wollen.
Ich bete für die, die sie dennoch lieben.
Ihre Mütter und Väter, wenn es sie noch gibt
und für die, die ihnen ein wenig Wärme geben
da draußen, in der der Kälte,
im Gestank der Verachtung.
Ich bete für die,
die in der Asche sitzen,
und für die, die bei ihnen geblieben sind,
jetzt, nach dem Feuer von Moria – diesem erbärmlichen Fanal
für unser Zusehen und Wegsehen, für das Nichts-Tun.
Ich bete für die,
die uns der Mühe nicht wert sind.
Und für die, die sich auch jetzt noch herausreden,
und schachern um Menschenleben.
Gott, mische Dich ein, in unsere Unmenschlichkeit, in unser Versagen.
Komm, Gott – lass nicht zu, dass dies das Ende ist.
Amen. 
Text: Sabine Dreßler

Papstpredigt auf Lampedusa. Franziskus: „Wo ist dein Bruder?“

Wir leben in einer Gesellschaft, die die Erfahrung des Weinens vergessen hat, des „Mit-Leidens“: Die Globalisierung der Gleichgültigkeit!

Im Evangelium haben wir den Schrei, das Weinen und das große Klagen gehört: „Rahel weint um ihre Kinder … denn sie sind nicht mehr“. Herodes hat den Tod gesät, um sein eigenes Wohl zu verteidigen, seine eigene Seifenblase. Und es wiederholt sich.

Bitten wir den Herrn, dass er alles wegnimmt, was von Herodes in unseren Herzen geblieben ist; bitten wir den Herrn um die Gnade der Tränen über unsere Gleichgültigkeit, über die Grausamkeit in der Welt, in uns und in denen, die anonymisiert sozial-ökonomische Entscheidungen treffen, die Dramen wie diesem Tür und Tor öffnen. „Wer hat geweint?“ Wer hat in der heutigen Welt geweint?

Herr, in diesem Gottesdienst, der ein Büßgottesdienst ist, bitten wir um Verzeihung für die Gleichgültigkeit so vielen Brüdern und Schwestern gegenüber, wir bitten um Verzeihung für die, die es sich bequem gemacht haben, die sich im eigenen Wohl eingeschlossen haben und das Herz betäubt haben, wir bitten dich, Vater, um Verzeihung für diejenigen, die mit ihren Entscheidungen auf höchster Ebene Situationen wie dieses Drama hier geschaffen haben. Herr, verzeihe uns!

Herr, auch heute noch hören wir deine Fragen: „Adam, wo bist du?“ „Wo ist dein Bruder?“

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Landesdatenschutzbeauftragter verbietet „Liste der Auffälligen“

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